If anything on here should tickle your brain in one way or another, just drop me a line. Would be interesting to know who's actually reading, apart from Buster of course ;)

Freitag, 21. Juni 2013

Erwin, das hundige Bürstenvieh

Wrote this one as a birthday present for a lady I know. It roughly translates as "Erwin, the doggy scrubber-thing." Full English version may follow some day if I find the time...

Erwin, das hundige Bürstenvieh

Das hundige Bürstenvieh
landet nie
auf vollmohnigen Feldern.
Auch hat es leider kein Anrecht an öffentlichen Geldern.

Ersteres ist nicht schade
es kann eh nicht fliegen
(maximal hinfalln in stark schräger Lage)
letzteres wird, logisch, am Wetter liegen.

Das hundige Bürstenvieh
starrt nie.
Es achtet nicht auf Brüste
viel wichtiger sind ihm Würste*
(*aus Tofu)

Es tut hauptsächlich nichts
allerdings das kann es gut.
Manchmal frisst oder schläft es von wegen des Gewichts;
zum Geburtstag wünscht es sich Mut.

Es hat ein Skateboard mit Propeller
damit ist es bedeutend schneller
als wenn es liefe
oder gar schliefe.

Das hundige Bürstenvieh geht gern in den Zoo
und schaut Giraffen auf den Po.
Die Flecken sehen aus gar wie Buletten
an denen würde es dann gar zu gerne riechen.

Das hundige Bürstenvieh gehört zur Familie der Träumer.
Seine Mutter ist Apothekerin,
sein Vater Bischof in Schwerin
und seine Oma hat Rheuma.

Sein Oheim ist Stabhochspringer und springt in die Höh,
seine drei Brüder sind Punker,
sein Neffe liegt vor Sansibar vor Anker,
die Großtante hat Diarrhoe.

Das hundige Bürstenvieh ist recht gescheit
doch mit Worten kennt es sich weit
aus besser aus als mit Zahlen.
Die kann es maximal malen.

Das hundige Bürstenvieh
hat einen weichen Kern
und kuschelt gern.
Meistens riecht es nach Kirschen (den süßen)
und Sommerurlaubsgrüßen.

Das hundige Bürstenvieh fährt gern zur See.
Es schifft über die Reeling, schreit dabei 'Juche!';
wenn es sich anschifft ist das egal
bei Windstärke 9 passiert das schonmal.

Es lässt im übrigen melden
dass es dich sehr mag.
Wenn dich wer dumm anmacht, markiert es gern den Helden.
Notfalls jeden Tag.

Mittwoch, 29. Mai 2013

A General Distress Call

It's been quite a while. Nevertheless, here's another dose of me.


A General Distress Call

We're all mere clerks to the admiralty
the shadows in fuzzy pictures of the evolution
plenipotentiaries of our own duress.

The saloons of time don't serve us
so we're left, sober,
on damp meadows of existence.

It's better to choose a senseless protest
than senseless compliance.

Samstag, 16. Februar 2013

Wir Aber / We, However

Wir aber


Wir sollten Dankbarkeit beweisen
dass ihre orangierte Gewaltsamkeit
uns umfängt
und dass es uns gewährt ist
zu schreien.

Wir aber trinken gierig den
Champagner der Aufklärung
und versuchen uns zu schützen
mit kurzflächigen Sicherheitsmaßnahmen
während wir aggressiv zuhören
und uns selbst auf den Kopf spucken.

Wir aber hocken auf unserem frei schwebenden Stuhl
ständige Unschärfe im Reflex
und befreien uns von der Gesundheit
dabei das endgültige Schweigen längst im Blick.


translation:


We, however


We should show gratitude
that their oranginated violence
envelops us
and that we are allowed
to scream.

We, however, drink voraciously
the champagne of enlightenment
and seek to protect us
with short-areal security measures
while we listen aggressively
and spit on our own heads.

We, however, squat on our free-floating chair
constant blurriness in reflex
and free us from health
the final silence already in sight.

Sonntag, 20. Januar 2013

Ein Singspiel / A Musical Comedy

ein singspiel

ich sehe sie jetzt
ich sehe sie jetzt ganz deutlich
wie sie herüber waten, stumm
doch reichlich umwortet
von fragen und antworten
die im dunkeln einander nicht finden.

ihr gesicht
ein festliches frontispiz, ein spiegel
für die besorgte zuversicht
einer welt
irgendeiner welt.

sie besitzen zwei seelen
die eine in ihrer brust verstopft stetig
ihr herz
die andere schwebt
über ihren köpfen geräuschlos und weit
und erhellt was sie tun was sie
sich ausschädeln:
was einmal wird.

dabei,
ihr kopf geht gradweg hindurch
was ist:
etwas hört man das rascheln und
schaben, wenn sie
denken an liebe in hohen fenstern.

dann halten sie inne
und schauen einander an.

und beide verschwinden im schall.


translation:

a musical comedy

I see them now
I see them now quite clearly
as they wade across, mute
but richly enveloped by words
by questions and answers
which don’t find each other in the dark.

their face
a festive frontispiece, a mirror
for the worried faith
of a world
of any world.

they have two souls
the one in their chest continuously clogging
their heart
the other one hovers
above their heads silently and wide
and illuminates what they do what their
skulls think up
what will be.

though,
their heads go straight through
what is:
a little you hear the rustling and
rasp, when they
think of love in high windows.

then they stop for a moment
and look at each other.

and both vanish in sound.
 

Samstag, 12. Januar 2013

Drei Räume

Es begegneten mir soeben in einem Raum:
2 Italienerinnen mit riesigen Brüsten,
ein quäkendes Kind und sein
auf Kutschen deutender Vater,
eine Alte mit Schnauzbart,
ein debil grinsender Herr
mit offenem Mund,
eine Asiatin,
und ein Herr, der seine Mutter
im Rollstuhl herum
und vor die ausgestellten Bilder
fährt, anhält vor jedem
und auf ihr unmerkliches Zeichen wartet
das ihm bedeutet, sie sei
auch dieses Anblicks,
wie der anderen,
überdrüssig.

Es fehlte
der Mann auf dessen Koffer groß
„Frage mich nach Jesus“ steht
der lächelte für einen
kurzen Moment
während die Kinder im Zug
sich im Kreise jagten
und johlten.

Ich habe Sand in den
Muscheln meiner Kopfhörer
Ein wenig rauscht in ihnen
Das Meer nach.


Translation:

Three Rooms

I just encountered in a room:
2 Italian ladies with giant breasts,
A squawking child and
his father pointing at horse-drawn carriages,
An old woman with a moustache,
A moronically grinning man 
With his mouth open,
An Asian woman,

And a man, pushing his mother
Around in a wheelchair
to the paintings on display,
Stopping in front of each
Waiting for her imperceptible sign
to tell him, she had grown
Weary of this sight, too.

There was missing
The man whose suitcase
read “Ask me about Jesus”
Who smiled for one
Short moment
While the children in the train
chased each other in a circle
And jeered.

I’ve got sand in the
Cups of my headphones
A little the sound of the ocean
Lingers on in them.

Mittwoch, 9. Januar 2013

White noise



sitting still for a moment
turning off all the chatter music
                                               news the neighbour
                                               teachers beggars haters
                                               feeds the furious fish
                                               with a megaphone

there’s silence for a second

then suddenly the deafening
roar of your heartbeat
waves of blood
rushing past your ears
gush upon gush
of white noise
fracturing your inner
hearing

then

the urge to shut yourself out again
to chat and sing
to exchange your own
chaos for external order to
                                   shake your head to the news
laugh at the neighbor
ignore teachers beggars
hate haters
be fed
and swim along.